Sam Amidon // Kleiner Donner, Hamburg // 19.11.2014

SamAmidon_TheMurphyBeds

Ich hatte vorher nie etwas von Sam Amidon gehört, als Ralf mich fragte, ob wir zum Konzert in den Kleinen Donner mitkommen wollten.
Ich habe mir umgehend bei YouTube „Walkin‘ Boss“ angehört, und mir gedacht, diesen ‚Indie-Folk‘-Boy gucke ich mir an. Loni wollte seltsamerweise nicht mit, obwohl das eher ihrem Geschmack entsprach als meinem. Sie sollte es bereuen.

Gleich war klar: Sam Amidon ist nicht nur ein Virtuose auf seinem Banjo, der Gitarre und in seinem Gesang, er ist auch ein großartiger Entertainer. Die Geschichte, dass es Bruno Mars war, der ihn eigentlich zu dem Gig in Hamburg überredet hatte und kurz vorher jedoch plötzlich kniff, was zum Bruch der einst innigen Freundschaft führte, war schon sehr traurig. Er bewies das mit einem Stück, das aus Mars‘ ‚TurningWordsIntoMusic-Machine‘ erzeugt worden war. Irgendetwas hatte Jimi Hendrix damit auch zu tun…

Sympathischerweise stellte Sam das Trio (ein Schlagzeuger/Bassist/Digitalsounderzeuger und ein verhaltener E-Gitarrist) als die Band ‚Sam Amidon‘ vor. Und das waren sie auch.
Sams Gitarren- oder Banjospiel wurde mal zurückhaltend, mal krachend, mal gar nicht von seinen Bandmitgliedern ergänzt.

Eine wirkliche Setlist schien es nicht zu geben: Als nach dem großartigen Titeltrack seiner aktuellen LP „Lily-O“ zunächst „Little Johnny Brown“ von seiner 2008er LP „All Is Well“ angespielt wurde, fiel ihm plötzlich auf, dass es hier schon wieder um einen ‚Johnny‘ ging, und das sei zu viel. Er brach ab und entschied sich für seine Version von ‚Tears For Fears‘ „Head Over Heels“ (LP „But This Chicken Proved False Hearted“ // 2007). Anrührend. „Little Johnny Brown“ kam dann später.

Nicht verschweigen möchte ich neben dem prima Folk-Kram einen kleinen etwa zweiminütigen Ausflug in den Jazz, der irgendein Verhältnis zu Al Jarreau vermuten liess.

Für die erste Zugabe pluggte Sam alles un, und bat die beiden Jungs seines bei dieser Tournee mitreisenden Supports ‚The Murphy Beds‚ auf die Bühne, um einen rührenden Song ohne jede elektrische Verstärkung zu performen (siehe Foto). Ich hatte mich vorher schon gefragt, wann meine Augen endlich die für mich bei Live-Konzerten unvermeidbare Feuchte erhalten…

Nach dem mitreißenden „Relief“ (LP „I See the Sign“ // 2010), der fünften Zugabe, bei der das Publikum zum Mitsingen des Refrains motiviert wurde und dem auch gern nachkam, endete das Konzert.

Überall glückliche Gesichter nach diesem eindrucksvollen Abend in dem Kleinen Donner unter dem 73 in der Schanze. Wenn der im nächsten Jahr da noch reinpasst, bin ich wieder dabei. Oder eben woanders, wenn’s sein muss.

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New Order – Leave Me Alone // FACT 75 // 1983

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Die ersten Fünftausend

Hamburg-Marathon 2013, Foto: Ben-Jamin WilkeEs war heute gegen 16:53 Uhr auf der Westseite der Außenalster: Bei knackigen -10°C und dem letzten Lauf der zweiten Vorbereitungswoche zu meinem vierten Hamburg-Marathon habe ich den 5.000sten Lauf-Kilometer seit dem Beginn meiner einigermaßen ernst gemeinten Laufphase Anfang 2010 hinter mich gebracht.
Zu dem Zeitpunkt war ein organisierter Massenlauf – geschweige denn ein Marathon – für mich überhaupt kein Thema: ich wollte mich fit halten, das war alles, denn nach jahrelanger Sesselpupserei ohne ausgleichenden Sport hatte ich 2008 eine klare Motivation. Im Spiegel.

SportsmannDie bis heue anhaltende Liaison mit Loni trieb mich wieder auf den Asphalt und während die ersten eineinhalb (Lauf-) Jahre eher etwas träge verliefen, gab mir Lonis Weihnachtsgeschenk 2009 den entscheidenden Kick: vernünftige Laufschuhe: Asics Gel-Landreth!

Es war eine Offenbarung, und jetzt ging’s los: Irgendwann im Herbst 2010 entschied ich mich für die Teilnahme am Hamburg-Marathon 2011. Die Vorbereitung begann kurz nach Neujahr, ich hielt mich verhältnismäßig eng an die Vorgaben von Dr. Marquardt und gewann in 4:08:38 h!
Im nächsten Jahr war ich fast zwanzig Minuten schneller und im letzten Jahr lief ich außer dem Hamburg-Marathon und dem Köhlbrandbrückenlauf (12 km) auch noch den Hella-Halbmarathon und den Alsterlauf (10 km). Alle Läufe sind tolle Veranstaltungen und so werde ich auch in diesem Jahr alle vier mitlaufen. Es ist noch lange nicht vorbei!

Ein Riesendankeschön möchte ich an dieser Stelle dringend loswerden: an Loni und mein tolles und treues Marathon-Supporter-Team, die mich immer so großartig unterstützen, zum Teil weite Anreisen haben und die Hölle von Hamburgs Marathon-Nahverkehr ertragen: Ihr seid super :-) !

Aftershow 2013 im Olympischen Feuer, Foto: Ben-Jamin Wilke

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monitoringcamp13 // #moca13

unperfekthaus #moca13

nachdem natascha und ich das erste monitoringcamp in hamburg verpasst hatten, wollten wir bei der neuauflage in essen unbedingt dabei sein.
und es hat sich gelohnt: tolle sessions, prima stimmung und viele neue eindrücke.
einen etwas ausfühlicheren bericht gibt’s im hermes-blog, schließlich waren wir für unseren arbeitgeber unterwegs 😉

vielen dank vor allem an die beiden organisatoren stefan evertz und stefanie aßmann, die sponsoren und alle teilnehmer.

fotos gibt’s hier.

weitere feedbacks zum monitoringcamp:
monitoringcamp auch in 2013 (stefan evertz)
monitoringcamp 2013 #moca13 im recap (sempathie)
social media monitoring – mehr als nur zahlen (ccdm)
social media monitoring – erkenntnisse vom monitoringcamp 2013 in essen (snoopsmaus)
nachbericht zum monitoringcamp – das familientreffen der monitoring-branche (forschungsweb)
von zielen und dem weg durch den monitoring-dschungel (katja wenk)

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depeche mode in hamburg

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es war nach meinem ersten und letzten konzert in der sporthalle (depeche mode am 09. dezember 1984), als ich mich entschied, nie wieder derartige massenveranstaltungen zu besuchen: schlechter sound, band zu weit weg, zu viele leute, stimmung mit optimierungspotenzial.

daran habe ich mich auch gehalten und so war alles, das größer als die große freiheit war, für mich tabu. dann konnte ich da eben nicht hingehen, wenn jemand meinte, er müsse auf der trabrennbahn seine fans im matsch versinken lassen: bitte. ohne mich. und es hat mir angesichts der zu erwartenden unannehmlichkeiten auch nichts ausgemacht.

so habe ich auch im letzten jahr die konzertankündigung von depeche mode mit etwas wehmut registriert. zu groß und außerdem auch viel zu teuer, tröstete ich mich. kein thema. und als christine bei facebook freudig ihren kartenkauf vermeldete, kam kein neid auf. soll sie doch. pfff.

und so lebte ich mein leben in aller seelenruhe weiter.
bis montag früh. da erhielt ich toddis facebook-post, ob wir uns denn abends sehen würden. beim depeche-mode-konzert. plötzlich reue. ja, das volksparkstadion ist groß, aber es sind depeche mode. die kommen auch nicht mehr alle naselang vorbei. das letzte album hast du doch auch gekauft. und es ist gut. scheiß auf groß, die waren live schon immer ganz weit vorn. warum hast du keine karte? ich war traurig.

da hatte ich die rechnung ohne christine gemacht: eine freundin hatte karten und wollte nicht hin! ich habe zwei stunden darüber nachgedacht, mir meine karte abgeholt, war noch kurz beim friseur und dann ab nach stellingen.

eine kleine hürde gab es allerdings noch zu überwinden: nachdem mir der chef von eingang südwest wegen meiner spiegelreflexkamera den einlass verwehrte, war ich geschockt schon wieder auf dem rückweg zur s-bahn. wo sollte ich das ding lassen? im gebüsch verstecken?
wütend ich nahm all meinen mut zusammen und ging zurück. ich versuchte es bei eingang südost. „mach‘ mal die tasche auf.“ gern. „mit der kamera kommst du nicht rein, geh‘ mal da hinten zu dem tisch und gib sie da ab.“ ach so. irgendwann werde ich dem südwest-kollegen auflauern und ein foto von ihm machen! arschloch.

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selbstverständlich hatte ich die kompakte lumix noch dabei, die man natürlicherweise mit ins stadion nehmen durfte, und so konnte ich doch noch fotos von diesem überwältigendem konzert machen.

es ist beeindruckend, wie unglaublich kraftvoll und intensiv die herren spielen. danke an toddi und christine, die mich doch noch ins stadion gebracht haben! und danke an depeche mode für diesen großartigen abend.
es war bewegend.

fotos
setlist
christines bericht

und falls jemand noch ein wenig gänsehaut braucht, bitteschön:

 

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re:publica 13 // station // berlin

re:publica 13die re:publica 13 war wieder ein großartiger event in der zweitcoolsten stadt deutschlands bei superwetter mit tollen leuten und sessions!

vielen dank an die macher und unterstützer der re:publica.

fotos gibt’s hier.

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brmc in der freiheit // 08. april 2013

blach rebel motorcycle club, grosse freiheit 36, april 2013
nach drei jahren waren black rebel motorcycle club wieder in hamburg, um ihre aktuelle platte ’specter at the feast‘ in der grossen freiheit 36 vorzustellen.

mein erstes konzerterlebnis mit ihnen, das ich eher als mitläufer in der markthalle gesehen hatte, war so beeindruckend, dass ich zukünftig kein konzert dieser band mehr verpassen will. und auch dieser gig war großartig und unsere kleine sechser-fangemeinde hatte wieder riesenspaß! der kurzweilige abschluss des abends im lunacy war standesgemäß.

vielsagende fotos vom konzert gibt’s hier, die spektakuläre dj><weiblicher-gast-konfrontation im lunacy habe ich leider nicht dokumentieren können 😉

da ich dieses mal nicht selber gefilmt habe, einer meiner lieblingssongs vom pariser konzert dieser tour:

einen ausführlichen und bewegenden bericht (unter anderem von diesem konzert) hat christian erdmann in seinem blog verfasst (inzwischen auch mit drei fotos von mir).

hier ein komplettes konzert der jungs und der dame.

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alles gute zum dreißigsten, blue monday!

blue monday cover
hooky hat’s mir heute selber auf facebook erzählt: blue monday wird dreißig!
das hatte ich nicht auf dem schirm, wie ich mir bei so vielen liedern das genaue release-datum nicht merke, um deren geburtstag zu feiern. doch in diesem fall ist es etwas anderes.
hier geht’s um new order und ihren geniestreich blue monday. ein partykracher bis heute.

der erste kontakt
ich erinnere mich noch genau an das treffen mit volki in der eingangshalle der herderschule. „ich hab‘ sie“ oder sowas hat er geflüstert. vielleicht hatte er sie sogar dabei. ob von bohnhorst oder membran, weiß ich nicht mehr.
sie war die bis heute meistverkaufte 12″ der welt (schlau: es gab keine 7″… außer in polen, aber die war auch nicht legal)! und ich lehne mich aus dem fenster: da kommt keiner mehr ran.
schuld daran sind allerdings auch die remixes aus 1988 und 1995, über die ich aber nicht schreiben möchte.

der track und die folgen
na klar war das erstmal auch so’n disco-ding, aber der schnöselige gesang von barnie und das unvergleichliche quäng*-bassspiel von hooky überwog klar die kleppigkeit**, so dass blue monday ganz eindeutig indie zum tanzen war.
außerdem ist new order sowieso über jeden zweifel erhaben, also musste man sich um seinen ruf keine sorgen machen, wenn man das großartig fand.
da haben mich die 12″s von subculture und bizarre love triangle später noch auf ganz andere proben gestellt, ja mich sogar in die arme der pet shop boys getrieben! tschüss, heile indie-welt hieß es da auf einmal. im grunde wegen new order.

charts
england neun, deutschland zwei.
bei mir ist es auf platz fünfzehn und sogar in der new order-wertung nur auf platz neun, sagt last.fm. aber die zählen ja erst seit 2007 mit, und seien wir mal ehrlich: ich gehe einfach nicht mehr soviel tanzen. deshalb ist wohl thieves like us mein meistgehörter new order-titel. romantik vor extase.

das cover
ein meisterstück im floppy-disc-design vom factory-haus-designer peter saville, der uns so viel freude mit seiner arbeit macht!

new order heute
gibt’s nicht mehr.
hooky hat sich mit dem rest verkracht, neulich gab’s nochmal ’ne resteverwertung des letzten albums und so besuchen wir also bad lieutenant-konzerte, da gibt’s dann auch tolle new order-musik zu hören.

also, alles gute blue monday! auf die nächsten dreißig!

*mit quäng beschreibt cohrsi das bassspiel von hooky
**kleppig ist ein von cohrsi erfundes abschätziges adjektiv, das in etwa discoscheissovergroundprollpoppig heißt

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facebook camp 2013 #fbcamp

hermann beim fbcamp

das zweite barcamp rund um facebook erfüllte wie schon das erste lager im letzten jahr alle erwartungen: interessante sessions, tolle orga (danke, Silke Schippmann und Christian Rasch) und super stimmung!
und ohne die sponsoren wär’s wohl kaum gegangen…

einen ausführlicheren beitrag findet ihr im hermes blog, hier geht’s eigentlich nur um fotos.
viel spaß!

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barcamp hamburg 6 #bchh12

#bchh12perfekt geplant und durchgeführt, tolle sponsoren, super sessions und bombenstimmung beim barcamp hamburg 6! vielen dank an das orga-team (ilka hindrichs, volker graubaum, dennis kallerhoff und vivian pein) und an die zahlreichen sponsoren.

mehr kann man nicht erwarten und ich freue mich auf’s nächste jahr.

da mein arbeitgeber die teilnahme an barcamps ausdrücklich unterstützt, gegebenenfalls auch bezahlt und dies (zu recht) als fortbildungsmaßnahme sieht, wird mein ausführlicher bericht in der nächsten woche im hermes-blog erscheinen.

fotos gibt’s aber schon jetzt hier.

edit: ’nächste woche‘ war etwas zuviel versprochen… aber jetzt ist er da!

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