läufer müssen scheisse aussehen

es zeichnete sich bereits seit einiger zeit ab, jetzt scheint es realität: gute funktionale läufer-kleidung darf nicht gut aussehen.

als ich anfang des jahres lächelnd in ‚achilles‘ laufberater‚ von „atmungstextil in den trendfarben der müllverbrennungsbranche“ las, wusste ich genau, was er meinte. schließlich hatte ich mich mit den besonders designten laufschuhen schon längst abgefunden.

aber shirt und hose, das soll ja wohl kein problem sein! einen ganz schicken marathon zu laufen ist doch eine selbstverständlichkeit!
sich abheben von den deppen, die ihre kleidung den neonschreienden bulligen dämpfungsmonstern angleichen: schwarze eierhosen und eng anliegende muscleshirts mit stromlinienförmigen mustern. warum kaufen die das? nicht mit mir!

doch jetzt bin ich weiser und voller demut.
abgesehen von den eierhosen kann man sich nicht wehren: ich habe lange im internet gesucht, war in allen möglichen hamburger sport- und laufshops und was war heute das ernüchternde ergebnis?

ein dunkelanthrazitfarbenes fluffiges mini-laufhöschen von nike und ein blauweißes stromlinienförmig gemustertes gore-muscleshirt… ausgerechnet die schuhe sind jetzt das highlight meines marathon-outfits!

was ein wenig tröstet:
shirt und hose tragen sich fantastisch!
die hose bietet eine allumfassende belüftung und das hemdchen wirkt leichter, als würde man gar nichts tragen! ich bin gelaufen wie ein junger achill: 14,5 km in 1:15:40 h!
so schnell wie noch nie, ich bin sehr stolz auf mich und meine flinke kleidung.

und was noch tröstet:
auf der kennedybrücke begegnete ich einem schneidigen muskulösen 2-meter-mitstreiter gegen die irre verschwörung der laufausstatter:
camouflagelangarmslim, rote laufhose, darunter dunkle leggings [er nennt sie sicher ‚tights‘], dazu rote asics runner. sonnenbrille, klar…
das sah aufsehenerregend aus! und durchaus außergewöhnlich. aber vor allem albern.

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