der hamburg marathon 2011

die letzten tage davor
in der letzten woche nicht rauchen, nicht weiter als 10 km laufen, viele kohlenhydrate und weniger fett essen und am letzten abend vorm marathon auf jeden fall zum italiener.
und lonis geburtstag nicht vergessen…

das waren meine vorsätze für die woche des jahres. und ich habe fast alles auch genauso eingehalten. beim essen war ich nicht sehr vorbildlich und habe trotzdem kuchen und anderen schweinkram gegessen.

sehr schön war die pasta- und pizzaparty mit der angereisten familie bei angelo in wandsbek am sonnabend.
entgegen peter l.s empfehlung habe ich allerdings nicht zwei sondern drei pils getrunken. und einen grappa. das hat gut getan.

spaghetti

der morgen vorm lauf
sonntag früh um 5:47 uhr wachte ich auf und wollte nicht mehr schlafen.
also duschen, frühstücken (spaghetti pur und ein schüsselchen müsli mit orangensaft) und ’ne halbe stunde spazierengehen.
danach nochmal aufs klo und ab in die u-bahn. an jeder station stiegen mehr marathoniken ein. am baumwall waren fast keine zivilmitfahrer mehr zu sehen.
ein übernachtigtes junges pärchen stieg ein und er murmelte: „oh, ich glaub‘, die gehen gleich alle joggen.“
da war was dran.

marathonklosim runners village angekommen, irrte ich erstmal etwas durch die gegend, machte ein paar fotos und gab dann meinen marathon-beutel in die vertrauenswürdigen hände der helfer.
ich benutzte eines der zahlreichen dosenklos und begab mich langsam zu meiner startzone ‚k‘ für die läufer, die glaubten, in 4:30 stunden das ziel zu erreichen.
ich hatte vergessen, genug zu trinken und suchte vergeblich eine wasserstelle. hoffentlich würde mir das nicht gleich am anfang den lauf versauen…

das wetter war super! sonne pur und regen war erst für den frühen nachmittag angesagt. aber da wollte ich ja längst im ziel sein.

die erste hälfte
gegen viertel nach neun liefen wir los und erreichten schließlich die startlinie auf der reeperbahn.
die stimmung beim publikum war zu diesem zeitpunkt schon super und das sollte bis zum schluß so bleiben.

ich merkte gleich auf dem ersten kilometer, dass ich einen guten tag erwischt hatte: keine zipperlein, alles lief rund und auch die zeit stimmte: ich hatte mir vorgenommen, die ersten 20 km mit einem schnitt von 5:30min/km  zurückzulegen und bei km eins sprang die uhr auf 5:31 min um. so bitte weiter.

überall standen leute und klatschten, riefen oder machten sonst irgendwie lärm. kinder wollten abgeklatscht werden und aus fenstern kam musik.

die versorgungsstationen waren großartig organisiert und nach fünf kilometern gab’s die ersten bananen. das war gut.

wir liefen durch altona, ottensen, die elbchaussee entlang, vorbei am fischmarkt und kurz vor den landungsbrücken gab’s die erste zwischenzeitmessung bei der 10-km-marke.
ich hatte mich inzwischen entschieden, mein tempo etwas zu drosseln, und war dort nach 56:52 min. das war ok.

weiter ging’s durch den hafen und auf höhe der speicherstadt erhielt ich einen kleinen rückschlag: mein rechter fuß fing wieder an zu schmerzen.
doch davon durfte ich mich nicht ablenken lassen. jetzt war’s auch egal, ich wusste ja, was es ist und durfte darauf keine rücksicht nehmen. dann tut er eben weh. später hat sich sein linker kollege dazu gesellt, aber so scheint es nun mal zu sein.

binnenalster, außenalster, winterhude: tausende von menschen, großartige stimmung und spitzenwetter! die ersten läufer mussten allerdings schon weit vor der 20-km-marke aufgeben.

inzwischen nahm ich außer wasser und bananen auch hin und wieder isotonische und kohlenhydratgetränke zu mir. alles fühlte sich noch bestens an [bis auf die füße].

mit der halbmarathon-zeit war ich sehr zufrieden [2:00:31 stunden] und bald müssten auch meine ersten supporter auftauchen!

pieux / alte wöhr / foto: benni

und da saßen sie auch schon: marion und rita. wir haben uns fast zeitgleich entdeckt und ich verließ unerlaubterweise die strecke, um die beiden kurz zu drücken und zu versichern, dass ich topfit sei.
leider habe ich jasmin und naldo verpasst, die etwas später auf mich gewartet hatten…

ein paar kilometer weiter bei der alten wöhr stand die große supporter-gruppe:
zunächst heidi, später hardy, hansen, mirjam, sophie, hannah, benni, jule, loni, monika, melli, fenio und lilly.

verrückt! und ganz große klasse! das gab zusätzlichen antrieb.

irgendwo in der fuhle wartete auch noch peter g., doch auch ihn habe ich leider nicht entdecken können.
in ohlsdorf bei km 32 sollte der zweite treffpunkt mit meinen unterstützern sein.

die zweite hälfte
mental hatte mir das treffen an der alten wöhr geholfen, körperlich war mein blödes zwischen-den-straßenseiten-hin-und-her-gerenne [die gruppe hatte sich auf beide seiten verteilt] nicht so clever: wie meine adduktoren und mein rechter fuß das fanden, war unmissverständlich.

und so begann eine etwas anstrengende laufzeit durch die city nord und alsterdorf, die geprägt war von einigen krankenwagen- und sanitätereinsätzen.
und ich wurde langsamer.
wie ich jetzt weiß, war das auch kein wunder bei 26°C. dass es so warm war, war mir während des laufs nicht klar. ich gab den temperaturen keine schuld an meiner situation.

dann endlich ohlsdorf. da war die hölle los. wahnsinnig viele enthusiastische zuschauer und eine enge laufspur. ich war gespannt, ob ich meine leute finden würde.

das stellte sich aber als überhaupt kein problem dar: das laute gegröhle direkt vorm bahnhof war unverkennbar und jetzt waren auch noch ralf und anja mit dabei! ich hatte mich entschieden, in der mitte zu laufen, und das war genau richtig, da sich die gruppe wieder auf beide straßenseiten verteilt hatte. ein großes hallo!

pieux / ohlsdorf / fotos: bennies klingt ein bisschen kitschig, aber nach ohlsdorf fühlte ich mich unglaublich frisch. wahnsinn, was diese unterstützung bringt!
ich rechnete nach [womit ich ohnehin einen nicht gerade kleinen teil des laufs verbrachte] und es war möglich: sollte ich keinen großen einbruch erleiden, war eine zeit knapp unter vier stunden möglich! ich gab nochmal gas…

inzwischen trank ich längst nicht mehr an jeder versorgungsstelle.
wichtiger war abkühlung von außen und dafür nutzte ich die bereitstehenden wasserwannen und die von anwohnern spontan eingerichteten ’schlauchduschen‘.

spätestens in der alsterkrugchaussee begannen die ersten läufer zu gehern zu werden.
immer mehr mussten sich medizinisch versorgen lassen [offensichtlich krämpfe und kreislaufprobleme], einer kotzte angelehnt an einen baum auf den mittelstreifen. mir ging’s gut!

die letzten kilometer
dann war die alsterkrugchaussee zu ende und der horror begann:
ich hatte den anstieg der tarpenbekstraße noch nie als so steil wahrgenommen. hätte ich wahrscheinlich auch nicht in diesem moment, wenn ich nicht schon 36 km gelaufen wäre. mein tempo verlangsamte sich und meine laune wurde auch nicht besser.
und unter vier stunden wird es jetzt sowieso nichts mehr.

am ende der lehnhartzstraße hatte ich die schnauze voll. keinen bock mehr, scheiß-laufen, was für’n schwachsinn. tut nur weh und schneller wird’s jetzt sowieso nicht mehr.

und ich war sicher nicht der einzige.
das ist total schade, denn in eppendorf ist riesenstimmung! der eppendorfer baum ist voll von begeisterten, die vor allem die inzwischen gehenden anfeuern.
und dann laufen da nur noch verzweifelte rum, die inzwischen gar nichts mehr an diesem lauf genießen können und nur noch der gedanke an das ziel in 5 km auf den beinen hält.
und wir haben ja noch den kleinen anstieg der rothenbaumchausse vor uns…

um es kurz zu machen: beim einbiegen in die glacischaussee hatte ich das ziel vor augen und die gewissheit, dass jetzt nichts mehr schief gehen kann.
nochmal glücklich an meinen supportern vorbei [auch wenn ich leider einen teil der gruppe übersehen habe…] und fertig war der erste marathon!

meine uhr bleib bei 4:08:40 stehen, meine offizielle zeit war eine sekunde schneller. ich war begeistert.
und als mich die junge dame mit meiner medaille schmückte, schossen mir die tränen in die augen! sowas…

pieux / glacischaussee / fotos: benni & hansen
danach
humpeln ist ja, wenn ein fuß kaputt und der andere ok ist. aber beide schrott? wie konnte ich denn gerade eben noch LAUFEN?
erstmal bin ich zum ‚frischepartner rewe‘ gestakst, um die finisher-tüte abzuholen [banane, wasser, apfel, proteinriegel, isodrink] und danach zu krombacher, um mir mein alkoholfreies alsterwasser geben zu lassen.
irgendwo fand ich einen platz zum sitzen, trank mein alster und ging schließlich los, meine tasche abzuholen und meine medaille prägen zu lassen. den leihchip gab ich nicht ab, den kaufe ich mir jetzt.
denn das war nicht mein letzter lauf!
um mich herum leute wie ich: erschöpft, aber glücklich! und ich denke, mit meiner meinung stehe ich nicht allein da: es war zwar mein erstes rennen, also habe ich keine vergleiche, aber für mich war die organisation perfekt [einziger echter wehrmutstropfen: das finisher-shirt ist armselig!]! vielen dank!

pieux im zoë / foto: bennijetzt aber ab zu meinem supi-supporter-team!
wir wollten uns unter dem ‚b‘ im treffpunktbereich treffen und sie warteten auch bereits auf mich. leider fehlte taschi, das konnte ich hier erst feststellen.
hansen versorgte mich deshalb mit einem ‚echten‘ astra-alster. danke!

nach ausgiebiger begrüßung und glückwünschen machten wir uns auf ins zoë auf ein, zwei biere, um anschließend im kleinen kreis im olympischen feuer zu speisen. irgendwann wurden wir sehr müde und mussten nach hause.

ein großer tag ging zu ende.

runners village danach

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